Büttelborner Nachrichten vom 27.03.2026
Frühjahrskonzert 2026 des Blasorchesters Büttelborn– eine Reise durch die Musikstile
Am vergangenen Sonntag lud das Blasorchester Büttelborn mit neuem Programm wieder zum Frühjahrskonzert ins Volkshaus Büttelborn ein. Im voll besetzten Volkshaussaal nahm das Blasorchester Büttelborn die 300 Gäste in dem rund dreistündigen Programm mit auf eine Reise durch verschiedenste Musikstile, von Klassik über Filmmusik, von lateinamerikanischen Rhythmen hin zu Big Band-Classics und stellte damit wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis.
Start mit dem Jugendblasorchester
Den Anfang machte, wie beim Heim-Konzert üblich, das Jugendblasorchester unter der Leitung von Moritz Thiele. Auf das Eröffnungsstück „Celebration“ von Kool and the Gang, einem gelungenen Motto für den Nachmittag, folgte mit „The Muppet Show“ die Erkennungsmelodie des Jugendorchesters. In „I´m a Believer“ von Neil Diamond und „Saturday Night Fever“ von den BeeGees bot das Jugendorchester zwei weitere Klassiker der Popmusik.
Im Programm des Jugendblasorchesters hatte auch einer der größten Filmmusik-Komponisten unserer Zeit seinen ersten Auftritt des Abends: John Williams. Das Jugendblasorchester hat mit der Musik zu „Star Wars – The Force Awakens“ eines seiner bekanntesten Werke ausgewählt und das Publikum mit Bravour mitgenommen in die Welt der Stormtrooper, von Luke Skywalker und Han Solo. Nach dem Zugabenstück schloss sich der Vorhang für eine Umbaupause.
Begrüßung durch den Ersten Vorsitzenden
Diese Zeit nutzte der Vereinsvorsitzende Fred Kraus zur Begrüßung der Gäste und zahlreicher Ehrengäste wie Bürgermeister Marcus Merkel, Cornelia Toal für den Kulturring Büttelborn oder René Lorenz von der Volksbank Darmstadt Mainz. Letzterem dankte er ganz besonders für die großzügige und langjährige Unterstützung der musikalischen Arbeit, die in den letzten Monaten nochmal Neuland betreten hat. Über die Crowdfunding-Aktion „Viele schaffen mehr“ gekoppelt mit der finanziellen Unterstützung durch die Volksbank Darmstadt Mainz und einen Förderbetrag des Landes Hessen konnte das Orchester ein neues Bariton-Saxophon anschaffen.
Daher dankte Fred Kraus auch den zahlreichen Spenderinnen und Spendern aus den Reihen der Bevölkerung, von denen sicherlich einige an dem Abend im Saal anwesend waren. Sie haben mit ihrer Spende dazu beigetragen, dass das Crowdfunding erfolgreich und das neue Instrument an diesem Abend bereits im Einsatz war. Fred Kraus ging auch auf die bereits angelaufenen notwendigen Sanierungsarbeiten am Heinz-Weyer-Musikpavillon ein, die der Verein zusammen mit der Gemeinde und mit viel Eigenleistungen stemmen will.
Klassik und Filmmusik im ersten Teil
Die 55 Musikerinnen und Musiker des „Großen“ Blasorchesters eröffneten gleich mit einem gewaltigen und lautstarken Werk, nämlich dem berühmten Hymnus aus „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss. Diesen ließ der musikalische Leiter Ulrich Conzen ohne Pause in den Choral aus der 2. Sinfonie von Gustav Mahler übergehen. Dieses Werk der Spätromantik behandelt Themen wie Tod und Wiedergeburt, wie Ulrich Conzen in seiner gewohnt fachkundigen Moderation erläuterte.
Es schaffte einen perfekten thematischen Übergang zum nächsten Stück, in dem es ebenfalls um eine Wiederauferstehung geht, nämlich die der Dinosaurier im Film „Jurassic Park“. Und hier gab es ein Wiederhören mit John Williams, der auch diesen Soundtrack komponiert hat.
Filmmusiken waren auch die beiden nachfolgenden Stücke: Die eher romantische Musik aus „Jenseits von Afrika“ entführte die Gäste in die Weiten der afrikanischen Savanne und ließ sicherlich manche Kenner:innen des Films auch an den kürzlich verstorbenen Robert Redford denken. Howard Shores Filmmusik zu „The Lord of the Rings“ hingegen beschwor mit ihrer fantasievollen und teilweise bedrohlichen Musik die Welt der Hobbits, Elben und Orks herauf.
Zum Abschluss des ersten Teils wählte das Blasorchester nochmal ein klassisches Werk, die Ouvertüre 1812 von Peter Tchaikovsky. Es handelt sich dabei um eine Auftragskomposition Tchaikovskys zur Einweihung der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau, die Zar Alexander I. aus Dankbarkeit für den Sieg gegen Napoleon erbauen ließ. Dieses Stück schlummert schon seit einigen Jahren in den Archiven des Orchesters, lange wurde es als zu schwer befunden. Nun hat sich das Orchester erneut daran gewagt und alle Musikerinnen und Musiker saßen vom ersten bis zum letzten Takt höchstkonzentriert auf der Stuhlkante. Das Werk selbst verlangt aber auch vom Publikum einiges ab, denn zu hören gibt es vieles, von einem feierlichen Choral über russischen Volkstanz, die musikalisch umgesetzte Aufstellung der Truppen mit Kanonenschlägen und der Marseillaise bis hin zur Zarenhymne. Die harte Probenarbeit hat sich gelohnt, denn entgegen mancher Befürchtung konnte das Orchester mal wieder über eine vermeintliche musikalische Grenze hinausgehen und lieferte hier eine hervorragende Vorstellung ab.
Leichtfüßigere Stücke nach der Pause
Im zweiten Teil des Konzerts ging es dann deutlich leichtfüßiger mit Musicalmusik, lateinamerikanischen Rhythmen sowie Jazz- und Big Band-Sounds weiter. „Tanz der Vampire“ ist sicherlich eines der bekanntesten Musicals mit mitreißender Musik mit Ohrwurm-Potenzial. Jeannette Derdau war hier am Alt-Saxophon die erste Solistin des Abends.
Danach begann die Reise durch lateinamerikanische Melodien. „Children of Sanchez“ ist Musik aus dem gleichnamigen mexikanischen Film. Als Solisten überzeugten hier Marcus Jockel am Flügelhorn und Alexandra Vey-Lanzrath am Alt-Saxophon. Argentinien und sein Tango waren die nächste Station. Mit „Libertango“ und „Adios Nonino“ brachte das Orchester zwei der bekanntesten Tangos von Astor Piazzolla zu Gehör. Zu guter Letzt führte die musikalische Reise mit „Malaguena“ zu spanischer Flamenco-Musik, die auch ohne die beim Flamenco vermeintlich unverzichtbare Gitarre eine tolle Wirkung erzielt.
Verschiedenste Stile aus Oper, Jazz und Broadway-Elementen vereint die Musik der bahnbrechenden amerikanischen Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin in sich. Sie erzählt das Leben afroamerikanischer Bewohner in Charleston um 1870. Hier waren erneut drei Solisten aus dem Orchester zu hören, Anne Schneider an der Posaune, Hans Barthel an der Bass-Posaune sowie Trompeter Christof Hürter mit dem weltberühmten „Summertime“. Den Abschluss des offiziellen Konzertprogramms bildete ein Medley weltbekannter Big Band-Klassiker in „Big Bands in Concert“.
Nicht ohne Zugabe von der Bühne
Auch wenn das Publikum schon rund 3 Stunden Konzertprogramm hinter sich hatte, ohne Zugaben wollte es das Orchester nicht von der Bühne lassen. Zu hören gab es zunächst nochmal südamerikanische Rhythmen, dieses Mal aus der Rockmusik, einige Top-Hits von Carlos Santana. Um das Thema Big Band nochmal aufzugreifen, folgte dann mit „In the Mood“ von Glenn Miller das wohl bekannteste Werk des wohl bekanntesten Vertreters dieses Genres. Und ja, natürlich bildete die „Europa-Parade“ den gebührenden Abschluss dieses Konzertes, bei dem Ulrich Conzen sein Orchester am Ende nochmal für die gute Probenarbeit und die Bereitschaft, sich immer wieder auch auf neue, herausfordernde Stücke einzulassen, lobte.