Historie - Eine herrliche Kulturstätte lebt

Zu einem Meilenstein in der Geschichte des Blasorchesters Büttelborn e.V. sollte das Jahr 1985 werden. Nachdem das Blasorchester Büttelborn insgesamt 21 Jahre dankenswerterweise den großen Saal des Gasthauses „Zum Löwen“ unentgeltlich für die Orchesterproben nutzen durfte, hatte es Anfang der 80er Jahre doch immer wieder räumliche Engpässe gegeben, die zu Problemen bei der Probenarbeit führten. Die Verantwortlichen des Blasorchesters Büttelborn waren deshalb schon lange auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.

 

Anfang April 1985 stand nun der Kirchenpavillon der Katholischen Pfarrgemeinde Büttelborn, der einem Kirchenneubau Platz machen sollte, zum Verkauf an. Erste Gespräche zwischen dem damaligen 1. Vorsitzenden des Blasorchesters Büttelborn Heinz Weyer und Pfarrer Franz Josef Berbner versprachen eine positive Entwicklung, da der Letztgenannte sich dafür einsetzen wollte, dass die „Kirche im Dorf bleibt“.

 

Der zweite Weg des Vorsitzenden führte zu Bürgermeister Horst Gölzenleuchter, der ebenfalls ein offenes Ohr für den Wunsch des Blasorchesters nach einer eigenen Musikstätte hatte. Ein entsprechender Antrag an die Gemeindegremien für die Bereitstellung von Gelände wurde positiv beschieden, so dass bereits am 16. April 1985 mit dem Abbau des Kirchenpavillons begonnen werden konnte.

Nach Eingang der Baugenehmigung stand auch der Wiedererrichtung des Pavillons auf dem Gelände neben dem Alten Sportplatz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße nichts mehr im Wege. Aktive und inaktive Mitglieder des Blasorchesters Büttelborn sowie viele weitere Ortsbürger leisteten insgesamt 6099 Arbeitsstunden am neuen Musikpavillon ab.

Der Bauunternehmer Walter Schwarz stellte Geräte zur Verfügung und von verschiedenen Landwirten wurden Rollen und Traktoren bereitgestellt. Aber auch die Frauen der Musiker halfen tatkräftig mit.

 

Die einzelnen Namen der vielen Helfer kann der Leser der nachfolgenden Liste entnehmen.

Aber auch trotz der vielen freiwilligen hilfreichen Hände wäre die Wiedererrichtung des Pavillons nicht möglich gewesen ohne die großzügige Unterstützung der politischen Gremien der Gemeinde Büttelborn. Stellvertretend sei an dieser Stelle ganz besonders Bürgermeister Horst Gölzenleuchter für sein Engagement in dieser Sache Dank gesagt.

 

Nachdem auch die letzten, von der Baubehörde auferlegten Sicherheits- und Schallschutzmaßnahmen angebracht waren und vor dem Gebäude eine kleine Grünanlage mit einigen Parkplätzen geschaffen worden war, konnte die Einweihung des „Musikpavillons des Blasorchesters Büttelborn e.V.“ stattfinden.

 

Dieses für die Chronik des Vereins historische Datum war Freitag, der 18. Oktober 1985. Am Abend dieses Tages konnte der 1. Vorsitzende Heinz Weyer zur feierlichen Einweihung des neuen Musikpavillons neben vielen anderen Ehrengästen aus dem Bereich der Ortsvereine und der Politik auch den damaligen Präsidenten des Hessischen Landtages, Dr. Erwin Lang, und Bürgermeister Horst Gölzenleuchter begrüßen. Alle Anwesenden schlossen sich den Worten von Heinz Weyer an, der feststellte, „dass Büttelborn um eine herrliche Kulturstätte reicher geworden ist“.

Am Sonntag, dem 20. Oktober 1985, wurde der neue Musikpavillon des Blasorchesters Büttelborn im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ der Bevölkerung offiziell vorgestellt. Erster Gast war an diesem Vormittag der damalige Landrat Willi Blodt. Insgesamt machten mehr als 300 Personen von dem Angebot der Besichtigung des Pavillons und der musikalischen Unterhaltung Gebrauch.

Eine ganz wichtige Aufgabe fiel in der Folgezeit natürlich der Wartung und Pflege des Musikpavillons zu. Diese Aufgabe wurde in den Anfangsjahren bis zu seinem Tod dankenswerterweise von Rudi Best, der beim Ab- und Wiederaufbau des Pavillons auch als Bauleiter fungierte, in bewährter Manier ausgeführt. Heute sind es Horst Jourdan und Georg Krauser, die sich diese Aufgabe teilen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Frau Anneliese Bergner, die Gattin des damaligen Kapellenleiters, aus den beim Ab- und Aufbau des Gebäudes geschossenen Bildern eine sehenswerte Fotokollage in Albumform geschaffen hat, die im Archiv zur Einsicht bereitliegt.

 

Die aufstrebende Jugendarbeit und die immer stärker werdende Frequentierung des Musikpavillons brachten mit der Zeit immer größere Probleme bei der räumlichen Belegung des Vereinsheimes und vor allem bei der Lärmbelästigung der unmittelbaren Nachbarschaft mit sich.

 

Deshalb war es unumgänglich, einen schallisolierten Anbau an das bestehende Gebäude anzugliedern. Außerdem wurden in dem alten Gebäudeteil mehrere kleinere Räume abgeteilt, die nunmehr eine funktionalere Nutzung ermöglichten. Die Baugenehmigung erhielt der Verein am 18. Mai 1994. Mit dem Anbau wurde unmittelbar danach begonnen und am 29. April 1995 fand die Einweihung statt – rund 10 Jahre nachdem mit dem Aufbau des ursprünglichen Pavillons begonnen worden war.

Die Gemeinde Büttelborn stellte einen namhaften Betrag für die Materialkosten dieses Anbaues zur Verfügung und leistete damit Hilfe zur Selbsthilfe. Denn auch in diesen Anbau wurde – ebenso wie bei der Errichtung des ursprünglichen Baus – wiederum viel Eigenhilfe der Vereinsmitglieder hineingesteckt. Viel Hilfe erhielt der Verein aber auch durch die im Baugewerbe tätigen Gewerbetreibenden vor Ort.

 

Nur wenige Wochen nach der Einweihung des Anbaus verstarb völlig überraschend der langjährige Vereinsvorsitzende Heinz Weyer. Im Hinblick auf seine Verdienste um das Blasorchester Büttelborn, um den Bau des Musikpavillons und vor allem auch um die Errichtung des Anbaus beschloss die Generalversammlung am 29. September 1995, das Vereinsheim nach Heinz Weyer zu benennen.

Heinz-Weyer-Musikpavillon, Namensgebung im Jahr 1996

Im Rahmen einer Namensgebungsfeier am 28. September 1996 wurde dem Gebäude der Name Heinz-Weyer-Musikpavillon gegeben. "Ich wünsche mir darum zum Abschluss, dass das Wirken von Heinz Weyer und sein Engagement abstrahlen möge auf all jene, die diesen Musikpavillon betreten und ihn benutzen. Dies wäre die größte Ehre für Heinz Weyer und der größte Vorteil für uns, die wir ohne ihne leben müssen", so der Vereinsvorsitzende Manfred Barthel zum Abschluss seiner Ansprache anlässlich der Namensgebungsfeier.

 

Seit nunmehr über 25 Jahren finden in diesem Gebäude die Orchesterproben, Satzproben, Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen und andere vereinsinterne Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern oder Grillfeste statt.

Ohne diesen Heinz-Weyer-Musikpavillon wäre die im Jahr 1990 begonnene Jugendarbeit nicht möglich gewesen. Täglicher Einzelunterricht sowie die Gruppen- und Orchesterproben des Jugendblasorchesters, des Mini-Orchesters und der Blockflötengruppen sind Zeuge dafür, dass der Musikpavillon zu einer Heimat für das Blasorchester Büttelborn geworden ist.

 

Seit einigen Jahren führen auch der Männergesangverein Liederkranz Büttelborn sowie die Jagdhornbläsergruppe des Kreisjägervereins im Heinz-Weyer-Musikpavillon ihre Probenarbeit durch. Einige Zeit war er auch Probeort für die legendäre Büttelborner Mundartrockband „Handkäs’ mit Musik“ gewesen. Ebenso wurde der Musikpavillon auch bereits mehrfach für Promenadenkonzerte des „Großen“ Blasorchesters, des Jugendblasorchesters und der örtlichen Gesangvereine genutzt. Auch einige Workshops von Musikhäusern wurden hier bereits durchgeführt.

 

 
Die „herrliche Kulturstätte“ lebt.

 

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